An Fhairche

ist der irische Name des Örtchens Clonbur.
Am Fusse des Monte Gable, zwischen Lough Mask und Corrib gelegen, ein idealer Ausgangspunkt um unserem Hobby zu frönen.

Wir, das sind Kurt, Cide und ich, hatten uns kurzfristig zu einer Woche Angeln in Irland entschieden. Die Vermieterin Kate o'Donald kennen wir bereits von früheren Besuchen her, so war schnell eine Unterkunft gebucht.
Am 9. Mai 2008 ging es also los. Mit SWISS von Zürich nach Dublin geflogen und anschliessend mit dem Mietwagen die 270 Km in den Westen nach Clonbur gefahren.

Um 17 Uhr erreichten wir "unser" Haus. Der Sohn unserer Vermieterin zeigte uns das neue Boot und den Geräteschuppen beim Bootsanleger. Anschliessend fuhren wir die 2 Km nach Clonbur und deckten uns mit Lebensmittel ein. Im einzigen Hotel am Ort gönnten wir uns ein Nachtessen und rundeten im Pub den Tag mit einem Smithwick ab.



Samstag
Da uns die Reise noch in den Knochen steckte war an früh aufstehen nicht zu denken. So starteten wir erst um halb elf zur ersten Ausfahrt auf den Lough Corrib. Der Himmel war bedeckt und es war praktisch windstill.
Wir entschieden uns für eine Schlepptour zum oberen Seeende (auf der Karte Gebiet A)
Die Wassertiefe in diesem Bereich beträgt lediglich 1-3 Meter. Zwei grössere Buchten mit dichtem Schilfbestand brachten uns in der Vergangenheit schon manchen Hecht.
Auch diesmal knallte es bereits bei der Einfahrt in die erste Bucht. Ein gut 65 cm Hecht hat sich für meinen Wobbler interessiert.

Zwischen den zwei Buchten finden sich einige steinige Inselchen um diese herum vermuteten wir Forellen. Es liessen sich aber keine blicken.
Das ganze Gebiet am oberen Ende ist mit Seegras durchsetzt, sodass beim Schleppen die Köder regelmässig kontrolliert werden sollten.

Etwas weiter der Landzunge entlang (beim Übergang zu Gebiet B) bog sich, wie ersehnt meine Rute kräftig nach hinten. Ich dachte zuerst an einen Hänger, merkte aber sobald die Rute aus dem Halter war, das der Hänger lebte. Es war ein schöner Drill. Im braunen aber klaren Wasser konnten wir die Forelle schon bald neben dem Boot sehen und es war keine kleine, wir schätzten Sie 60+. Leider konnte sie im letzten Moment in ein Krautfeld flüchten und sich befreien.
Wir schleppten noch einige Kilometer weiter und legten einen Spinn- und Essensstop direkt neben einer Insel ein. Diesen Platz kannten wir von unseren früheren Ferien her als hervorragenden Hechtplatz.
Cide der erst seit dem letzten Jahr angelt, packte sein Reiserütchen mit 0.18'er monofilem Schnürchen aus. Kurt und ich bekamen fast einen Lachanfall als Cide uns hoch und heilig versicherte diese Schur sei das Beste was es auf dem Markt gäbe und trage gem. Verkäufer 10 Kg. Mit einem ebenfalls "speziellen" giftig grünen Wobbler (unbekannter Bauart) begann er zu werfen, wir natürlich auch.
Kurt war der erste der einen etwa 60cm langen Esox ans Boot brachte. Von da an ging es wirklich Schlag auf Schlag. Cide konnte einen 70+ cm langen Hecht haken. Ich landete für Cide mit der Hand den Hecht dabei ist irgendwie diese "Beste" Schnur gerissen und der spezielle Wobbler ist ins Wasser gefallen. Besonders "speziell" war an ihm, dass es ein Sinker war und er deshalb in den Tiefen des Corribs verschwand. Cide hat sich über den ersten Hecht in seinem Leben schon gefreut die Trauer über den "speziellen" Wobbler verfolgte ihn jedoch noch lange.
Wir fingen inner 30 Minuten an diesem Platz zusammen 5 Hechte.
Unterzwischen war es wärmer und sonniger geworden.
Nach dem Essen schleppten wir noch etwas zwischen den Inseln, Kurt hatte dabei einen Biss von einem kleineren Hecht auf Perlmuttspange.
Wir überquerten danach den See (in Richtung Übergang Gebiet D zu E). In der ganzen Zeit wechselte Cide alle 5 Minuten den Wobbler, jedes Mal mit dem vernichtenden Urteil "der ist auch nichts das wissen wir jetzt also". Er war der Überzeugung, dass er mit dem "speziellen", welchen ich bei der Handlandung verloren habe, fangen würde.
Auf der Suche nach einem gleichen durchsuchte er meine und Kurts Köderbox, ohne fündig zu werden

Bei der Seeüberquerung setze ich eine braun-silberne Spange ein, die ich normalerweise nur am Zürichsee brauche.
Mit Hilfe eines kleinen Sideplaners lies ich sie so 10 Meter neben dem Boot laufen. Lange Zeit geschah gar nichts, irgendwie auch kein Wunder bei Sonnenschein und nahe zu Windstille. Aber plötzlich tauchte der ganze Planer ab und kam wie wild wieder aus dem Wasser geschossen. Bis das Brettchen beim Boot und von der Schnur genommen war, gestaltete sich der Drill schon etwas mühsam, danach war es eine Freude. Wieder und wieder zog die Forelle Schnur ab. Diesmal war kein Seegras im Wege und so gelang die Landung ohne Probleme.
59cm 2.25 Kg.

Der restliche Tag brauchte uns noch einigen Egli (Barsche). Wir waren mit dem Eröffnungstag wirklich mehr als zufrieden.


Sonntag
Am nächsten Morgen besuchten wir das kleine Fischereiartikelgeschäft in Clonbur auf der Suche nach dem "speziellen" Wobbler für Cide. Die Frau hatte jedoch ausschliesslich Rapalas vorrätig und die waren Cide zu wenig "speziell".
So stand uns ein weiterer Tag mit hektischem Köderwechsel und Klagen über die Unfähigkeit der vorhandenen Wobbler bevor.
Es war wiederum sonnig, und warm.
Wohl wegen Pfingstsonntag waren sehr viele Fliegenfischer auf dem See, die meisten blieben jedoch erfolglos. Es waren auf der Wasseroberfläche auch kaum Maifliegen zu sehen.
Gegen Mittag schenkte ich Cide einen Lucky Craft Wobbler der seinem "speziellen" ziemlich ähnlich sah. In der Folge fing er auch einige Egli damit und strahlte wieder.
Wir haben verschiedene Plätze ausprobiert mit Spinnfischen und fingen einige kleinere Hechte bis 60cm.
Speziell erstaunte mich ein Egli so um 20 cm rum, dass sich meinen Lucky Craft SP 78 einverleiben wollte, einfach grössenwahnsinnig.
Genau wie dieser prächtige Hecht !

Wir nennen diese Kategorie "Hosenträger".



Montag
Wieder begrüsste uns schönes Wetter, am Morgen früh kräuselte noch etwas Wind die Wasseroberfläche.
Heute wollte Kurt es mit unseren gekauften Rotaugen am System probieren. Eher skeptisch montierte ich ebenfalls ein kleineres Exemplar, Cide ein grösseres da er ja auf Hecht aus war. Ich muss sagen, mit den Wikam-Systemen liefen diese Fische bei 3 - 3.5 KM wirklich schön.

Da wird auch klar warum sie im Norden Brown Trout (Braunforelle) genannt werden.
56 cm 1.9 Kg
Keine halbe Stunde auf dem Wasser, so gegen 8 Uhr bekam ich einen schönen Biss. Noch schöner war die Forelle welche kurz darauf im Boot lag.

Ein Filet davon schmeckte uns am Abend vorzüglich mit etwas Rosmarin in Butter gebraten.

Etwas später habe ich mit dem letzten Rotauge leider einen spring freudigen Hecht verloren.
Gegen Mittag legte sich auch das letzte bisschen Wind und der See lag da wie ein Spiegel.
Wir fuhren zum ersten male überhaupt um die Landzunge herum ins Gebiet C. Direkt nach der Spitze befinden sich einige tückische Untiefen, wir hatten zweimal Hänger die sich mit entsprechendem Aufwand aber wieder lösen liessen. Das Gebiet C selber war schön, fangen konnten wir jedoch nichts.
So fuhren wir wieder in bekannte Gefilde zurück und schlugen Richtung zum Haus ein.


Dienstag
Für diesen Tag hatten wir uns ein Boot auf dem Lough Mask reserviert. Wir mussten unsere Utensilien also ins Auto laden und die etwa 3 Km zum Hafen von Clonbur fahren. Sonnenschein aber etwas mehr Wind als an den voran gegangenen Tagen empfing uns.
Wir steuerten als erstes das Labyrinth (Gebiet X) an, wo ich bereits in der Einfahrt eine 41 cm Forelle fangen konnte. Es blieb für lange Zeit die Einzige.
Um 12 Uhr folgten bei der Fahrt zum Gebiet Y, in kurzen Abständen einer 25'er und eine 32'er Brown Trout die natürlich zurück durften.
Es trat langsam ein Murren auf unserem Boot auf, weil bis jetzt alle gefangenen Forellen bei mir eingestiegen waren.
Da der Wind stetig zu nahm legten wir zum Mittagessen auf einer Insel an und gönnten uns ein Nickerchen.
Am Nachmittag waren die Wellen zum Teil so hoch das wir im Boot nass gespritzt wurden.
Gegen 16 Uhr hatten wir nach einigen Eglis genug und traten die Rückfahrt an.

Einen Nebenschauplatz möchte ich Euch aber nicht vorenthalten:
Cide hat während dem Schleppen am Nachmittag den, von mir bekommenen, Lucky Craft an sein Spinnrütchen (das mit dem 0.18'er Monifil) montiert und raus gelassen.
Es kam wie es kommen musste, ein schöner Biss kurz und trocken wurde die Rute nach hinten gezogen. Genau so schnell war sie auch wieder entlastet.
Die Schnur ("das Beste" was es auf dem Markt gibt) hat den Biss nicht überstanden. In der Folge machte Cide Reistests mit der Hand sowie mit meiner Fischwaage und musste feststellen was Kurt ihm schon lange gesagt hatte, über 1.5 Kg. kam das Wunderding nicht.
Die in Ungnade gefallene Schnur wurde daraufhin in voller länge von der Rolle entfernt.


Mittwoch
Am Morgen stand uns der nächste Gang ins Fischereigeschäft bevor diesmal auf der Suche nach einer geflochtenen Schnur für Cides nun leere Rolle.
Da die Iren vornehmlich mit Fliege fischen war keine solche Schnur vorrätig. Auch die beiden danach abgeklapperten Geschäfte in Cong konnten nicht weiter helfen. Zur Not musste deshalb eine 0.25'er von einer Ersatzrolle umgespult werden. Sodann konnte es erneut aufs Wasser gehen.
Wieder auf dem Corrib war das Wetter bedeckt aber völlig Windstill.
Aus fischereilicher Sicht verlief dieser Tag ereignislos.


Donnerstag
Diesmal sind wir früh (5 Uhr) aufgestanden und sind nach einem schnellen Kaffee sofort los gefahren. Wir entschieden uns Richtung Cong (Gebiet D und E zu fahren).
Das Gebiet D ist nicht sehr tief und mit unzähligen Felsen gespickt. Der Wasserstand war ziemlich hoch, sodass von Ihnen keine Gefahr aus ging (dachten wir).
Das Gebiet E ist tiefer bis zu 15 Meter an einigen Stellen kann fast bis ans Ufer gefahren werden ohne das der Boden sichtbar wird.

50 cm Länge,
das bereits einmal erwähnte Murren an Bord wurde wieder stärker.
Eine knappe Stunde später stieg in einer ruhigen Bucht diese wunderschöne Forelle bei mir auf einen Rapala ein.

Ohne weitere Bisse erreichten wir die Einmündung des River Cong mit dem altertümlichen Ashford Castle.
Heute ein Luxushotel für gut betuchte.

Die letzten Jahre war das Gebiet um Cong immer für viele Eglis gut, dieses Jahr jedoch machten sich die Stachelritter rar.
Gegen 10 Uhr waren wir in unserem Haus zurück und frühstückten ausgiebig.

Vom anschliessenden Ausflug nach Westport hier einige kommentarlose Bilder.



Erriff River




Am späteren Nachmittag angelten wir nochmals eine Runde.
Trotz etwas Wellen waren einige Eglis die einzige Belohnung. Wir schafften es jedoch im Gebiet D tatsächlich noch auf einen Felsen auf zu laufen, zum Glück in langsamer Fahrt. Kaputt ging nichts und wir kamen mit dem Schrecken davon.
In Cong hatten wir uns ein schönes Lamm Rack gekauft, mit Senf, Rosmarin und etwas Knoblauch, knusprig über backen war es ein Gaumenschmaus sonder Gleichens.



Freitag, der letzte Tag auf dem See
Wie der erste Tag sollte uns auch der Abschluss nochmals ein Glanzlicht bescheren.
Es begann mit Schleppen im Gebiet B.
Cide setzte das letzte grosse Rotauge am Wikam-System ein. Kurt und ich Wobbler, ich weiss ist keine ideale Kombination.
Wir fuhren zwischen zwei Inseln durch, als das Echolot einen Anstieg der Tiefe von 5 auf 3 Meter und darüber einen Fisch anzeigte.
Ich teilte das meinen Kollegen mit. Kaum hatte ich es ausgesprochen knallte Cides Rute nach hinten. Nach dem ersten Sprung war klar es war ein Hecht und ein schöner noch dazu.

78 cm brachte er ans Massband.

Zum Mittagessen haben wir auf einer Insel mit angelegt und Würste gebraten.
Zum Mittagessen haben wir auf einer Insel angelegt und Würste gebraten.

Nach dem Essen hatte Kurt das vergnügen mit der Zapfenrute vom Ufer aus, nach einander zwei schöne Brachsmen zu fangen.
In der Vergangenheit hatten wir im Corrib schön öfter mit Wurm gefischt aber ausser Egli und Forelle noch nie etwas anderes gefangen.
Heute war also eine Premiere der besonderen Art.

Etwas später schleppten wir über tiefem Wasser und endlich war es soweit.

59 cm, 2.4 Kg.
Kurt konnte endlich auch eine Braune drillen und seine neue Quantum Reiserute bekam mal richtig Arbeit.

Auch ich durfte nochmals eine Forelle landen, mit 45 cm kein Riese, gefreut habe ich mich trotzdem.
Der versöhnende Abschluss war, dass auch Cide seine erste irische Forelle fangen konnte.
Und das Murren verstummte.


Samstag
Wir fuhren in aller Frühe nach Dublin zurück, einchecken und Rückflug verliefen reibungslos.
Das wirklich erfreuliche ist, dass wir bereits im September wieder kommen werden um zu sehen was im Herbst so läuft im Westen Irlands.



Zum Abschluss noch einige Bemerkungen zu den Ködern
Hier seht ihr den mit Abstand erfolgreichsten Köder beim Schleppen, einen Rapala original (floating) in 7 cm sowohl als auch in 9 cm Länge.
Generell fingen alle Wobbler gut mit Blau und Orange.
Wir haben auch mit Spangen (sowohl Metall als auch Perlmutt) und Köfi am System gefangen.