Harte Drills bei tropischen Temperaturen

Nebst Tempeln und Einkaufstouren bietet Bangkok auch dem Fischer etwas.
Der Bung Sam Lan ist eine Teichanlage von etwa 200x300 Meter, am Rande der Millionenmetropole Bangkok.
Für Thais verkörpert er alles was sie Sanuk nennen, der Inbegriff für Entspannung, Spass und Unterhaltung. Konkret heisst das, am Wasser sitzen, angeln, sich mit Freunden unterhalten und sich aus dem zugehörigen Restaurant mit Essen und Getränken verwöhnen lassen.

Auf der einen Seite des etwa 4 Meter tiefen Teiches wird unter schattigen Unterständen vom Ufer aus geangelt, während mehrheitlich auf Unterhaltung ausgerichtete Angler und kleine Gesellschaften, die oben abgebildeten Hütten am gegenüberliegenden Ufer bevorzugen. Mit einer Plattform direkt über dem Wasser bieten diese Bungalows die ideale Voraussetzung zum Angeln und Entspannen.

Die Anlage ist mit vielen, meist einheimischen Fischarten besetzt die uns Europäer exotisch erscheinen. Der Baramundi (Barsch) und der Snakehead gehören zu den Raubfischen, die in der Anlage relativ selten beangelt werden. Ein weiterer Räuber ist der aus dem Amazonas stammende Arapaima (Pirarucu) der Gewichte jenseits der 100 Kilo Marke erreichen kann.

Die am meisten beangelten Spezies sind die vegetarisch lebenden Mekong Welse weiter die gestreiften Welse und die Chao Phraya Welse. Vom Mekong Wels (Giant Mekong Catfish) steht der IGFA-Rekord, aufgestellt im Bung Sam Lan, bei 63 Kg.
Ein weiterer Gigant ist der Siam Karpfen welcher ähnlich wie unsere europäischen Karpfen lebt und vorwiegend auf Grund beangelt wird.

Der populärste Fisch in der Anlage ist der Mekong Wels. Dieser Bewohner des gleichnamigen Flusses ist in seiner natürlichen Umgebung stark bedroht durch Staustufen welche seine Laichwanderungen behindern.
Da seine ganze Art leicht zu züchten ist, findet sie als Filet unter ihrem lateinischen Namen pangasius vermehrt den Weg auf europäische Fischtheken.

Der Mekong Catfish ist ein Muskelpaket, der entsprechend kräftig und ausdauernd kämpft. Er wehrt sich nicht mit grossen Sprüngen, kann aber selbst bei voll geschlossener Bremse Schnur abziehen als ob sie einen Zug an der Leine hätten. Entsprechend kräftiges Material ist Voraussetzung wenn Sie Erfolg haben wollen.

Als Schnur hatten wir 30 LBS (0.50-0.60 mm) eingesetzt in Kombination mit einer Shimano 6500’er Baitrunner Rolle. Wenn sie im Werfen mit Multirollen geübt sind, sind diese sicher erste Wahl. Wir angelten mit kräftigen einteiligen 2.10 m Ruten aus lokaler Produktion.
Als Montage hat sich die abgebildete Anordnung von Schwimmer mit Futterspirale bewährt.
Der übliche Köder besteht aus altem Toastbrot, es kann eimerweise bei der Kasse bezogen werden. Kneten Sie es mit etwas Wasser weich (Spezialtipp, mischen Sie etwas Kokosmilch darunter) und formen sie mit dem Brot eine faustgrosse Kugel um die Futterspirale herum. Ziehen sie einige Brotstücken auf den Hacken und drücken sie ihn in die Futterkugel hinein. Das Gewicht der Brotkugel sollte reichen für Würfe von 30-40 Metern. Weiter ist nicht nötig da sie in diesem Umkreis mit Sicherheit einige Flossen an der Oberfläche erspähen werden.

Behalten Sie die Rute in den Händen oder schalten Sie den Baitrunner ein, sonst wird ihre Ausrüstung beim ersten Biss ins Wasser fliegen.
Wird der Köder nicht in den ersten 3 Minuten nach dem Auswerfen genommen ist meist eine neu Beköderung nötig, weil das weiche Brot sich rasch auflöst und kleinere Weissfische ein Übriges dazu beitragen.

Wenn die Posse taucht oder abzieht setzen sie ein oder zwei kräftige Anhiebe und der Spass kann beginnen.
Es herrscht striktes Catch und Release, das Entnehmen von Fischen ist verboten. Den Wiederhacken anzudrücken ist folglich ein Gebot der Fairness.

Der seltenere aber wunderschöne Chao Praya Wels.
Wenn sie regelmässig neu beködern, werden sie mit Garantie 2-3 Bisse pro Stunde und Rute erhalten. Fische über 20 Kg. werden mit grösster Sicherheit dabei sein.
Die Anlage bietet sicher nicht die Atmosphäre der freien Natur, das Anpirschen und Überlisten fehlt. Dafür bietet sie einige der wohl kampfstärksten Süsswasserfische der Welt und nahezu die Garantie, diese auch an die Angel zu bekommen.
Uns jedenfalls, schmerzten schon nach 2 Stunden die Hände und der Rücken von den vielen Drills.


Um an den Bung Sam Lan zu kommen zeigen Sie dem Taxifahrer die nebenstehende Karte. Die Fahrt dauert je nach Verkehr 20 Minuten bis zu einer Stunde.
Der Eintrittspreis beträgt 500 Thai-Bath (etwa 20 Schweizer Franken, Stand 2004), Ruten können günstig gemietet werden. Netze und weitere Utensilien bietet der Angelshop neben der Eintrittskasse an.
Komplettpakete inkl. Ausrüstung, Transport und Betreuung finden Sie bei Francois Helias.
Bei ihm finden Sie auch detaillierte Angaben zu den Fischen Thailands, sowie (Fisch-)Ausflüge zu weiteren Destinationen im Land des Lächelns.