Irland Lough Mask und Corrib 30.4-7.5.2005

Wie bereits einmal vorher hat es meinen Kollegen Kurt und mich im Mai 2005 wieder nach Clonbur im Westen von Irland gezogen. Zwischen den zwei grossen Kalksteinseen Corrib und Mask gelegen, ein idealer Ausgangsort für Trips zu beiden Seen.


Da unsere Vermieterin Cay o'Donnald uns je ein Boot an jedem See zur Verfügung stellte, konnten wir jeden Morgen aufgrund der Wetterlage entscheiden welches Gewässer wir heute befischen wollten.
Bei Nord- oder starkem Westwind empfiehlt sich der Corrib da er durch Hügel mehr geschützt ist gegen das Meer hin.
Bei Südwind ist der Mask die bessere Wahl.
So konnten wird an allen neun Ferientagen auch vom Boot aus angeln.

Ankunftstag
Wirklich gut gestaltete sie der Start nicht. Unser Flug ab Zürich hatte fast zwei Stunden Verspätung, so verpassten wir den Anschlussflug der uns nach Galway bringen sollte. In Dublin das Mietauto umzubuchen war allerdings kein Problem so machten wir uns etwa um 18 Uhr auf die Fahrt nach Clonbur. Ein Telefon mit unserer Vermieterin und wir konnten uns beruhigt Zeit lassen, weil wir wussten das der Schlüssel für unsere Wohnung unter der Fussmatte hinterlagt war. Kurz nach 23 Uhr erreichten wir schliesslich Clonbur. Nachdem die Koffer hinaufgetragen waren, hatten die Pub's leider bereits geschlossen, sodass uns nur noch das Bett blieb.

1. Tag
Zuerst stand natürlich einmal einkaufen an. Im einzigen Laden im Ort deckten wir uns mit allem ein was es für ein herzhaftes Frühstück braucht, Speck, Eier, frisches Brot, Kaffee, und Milch. Trotz intensiver Suche fand ich keine Butter die nicht gesalzen war. Auf meine Nachfrage meinte die nette Verkäuferin, sie hätte schon mal gehört das es ungesalzene Butter gebe aber bei ihnen würde das niemand kaufen. Tja, andere Länder andere .... Kurt kaufte daraufhin im lokalen Fischereigeschäft noch ein Paar Gummistiefel und ich natürlich wieder einmal einige Wobbler. Ich kann leider kaum einmal an einer gut sortieren Auslage von Kunstködern vorbeigehen ohne etwas zu kaufen. - Wie war das mit den Ködern die eigentlich Fischer fangen nicht Fische? Ich muss dazu erwähnen das Kurt und ich eigentlich keine typischen Irlandangler sind, weil wir gerne Schleppen und mit Zapfen fischen. Bis auf einige wenige Ausnahmen haben wir in Irland noch nie mit der Fliege gefischt.
Gegen 10 Uhr waren wir bereit und der Sohn unserer Landlady zeigte uns die beiden Boote und wir entschieden uns zum Start für den Lough Mask.
Das Wetter war für die Jahreszeit erstaunlich warm und bereits zeigten sich die ersten Maifliegen. Unserer Leidenschaft frönend begangen wird mit einer kleinen Schlepptour.
Vorerst versuchten wir es mir 3 Schleppruten. Aber bereits die ersten kräftigeren Windböen bescherten uns einen unheimlichen Schnursalat, sodass wird im weiteren Verlauf nur noch mit je einer Rute schleppten. Kurt konnten beim Schleppen eine schöne 40'er Browntrout landen und einige Egli (Barsche).
Meine erste Forelle bis auf einem mit Spirolino auf Grund gesetzten Wurm versehen mit Auftriebskügelchen.

2. Tag
Diesmal entschieden wir uns für den Lough Corrib. Als erstes suchten wir einige Plätzchen auf die wir vom letzten mal her noch in fängiger Erinnerung hatten. Forellen fingen wir vorerst keine dafür massenhaft Egli. Im weiteren Verlauf des Tages konnten wir zusammen dann doch noch 3 Brownies überlisten.

Auffällig war das auf Wurm und Zapfen praktisch keine Egli zu fangen waren, dies ganz im Gegensatz zu den vorherigen Jahren. Langsam kristallisierten sich bei den Wobblern die fängigen Muster heraus. Es war die Bachforelle und alle weiteren Modelle die einen orangen Bauch hatten, in den Längen 5, 7, und 9 cm. Da beide Seen viele Untiefen aufwiesen kommen eigentlich nur schwimmende Modelle zum Einsatz. Selbst mit den von uns bevorzugten "Rapala original floating" hatten wir diverse Hänger was uns zu regelmässigen Kunden im tackle shop von Clonbur werden lies. Dies allerdings mit dem Vorteil immer wieder Auskünfte über Fänge der anderer Angler zu bekommen.

3. Tag
Die Freundliche Inhaberin vom Angelshop empfiehlt uns ein 7 cm Rapala Modell mit blauem Rücken und orangen Bauch, ein andere Kunde hätte damit grossen Erfolg gehabt. Etwas skeptisch über solche Aussagen kaufte ich trotzdem ein Stück davon (Ihr wisst ja bereits, mein Sammeltrieb). Um es vorweg zu nehmen es wurde unser erfolgreichster Wobbler für diese Ferien.
Da Kurt eher den Mask bevorzugt entschieden wir uns für den nördlicheren See. Auch das Wetter spielte mit, es regnete nur leicht war aber mild mit wenig Wind. Es sollte unser Glück sein. Als erstes versuchten wir es in der Ausfahrt des natürlichen Hafens auf Egli. Wie bereits an den vorherigen Tagen lief es mehr recht als schlecht mit dem Wurm, ich konnte einen kleinen Barsch erbeuten.
Wir entschieden uns deshalb für eine ausgedehnte Schlepptour. Schon bald konnte ich eine schöne 42'er Browntrout mit einem 5 cm kleinen Rapala in Fluororange überlisten.
Als wir im gemächlichen Tempo die Bucht mit dem lokalen Seebad abfuhren knallte die Rute von Kurt hart zurück. Nach 2 minütigem Drill konnte ich noch nicht erkennen wer der Gegner denn war. Kurt hingegen war überzeugt, dass es seine Traumforelle von miiindesten 70 cm sein müsse. Nach weiteren 2 Minuten sah ich einen grünen Schimmer und nun war klar das ein Hecht am anderen Ende der Leine kämpfte. Nach weiteren 3 Minuten war der Drill entschieden, ein 91'er Hecht lag im Kescher. Mit einiger Mühe konnten wir den 5 cm Rapala entfernen und den Hecht zurücksetzen.

Den schönen Fang feierten wir am Abend bei einem feinen Diner im Fairhillhouse, dem einzigen Hotel am Ort.


4. Tag
Das Wetter kühlte plötzlich massiv ab. Der Maifliegenschlupf stoppte abrupt.
Noch einmal fuhren wir auf den Lough Mask. Mit Schleppen war in den ersten Stunden nichts zu erreichen. Der Aufkommende Wind zwang uns dazu vor allem die Lee Seite der vielen Inseln und Inselchen abzusuchen, aber den Forellen schien der Wetterumsturz auf den Magen geschlagen zu haben. Ein schönes 35'er Egli konnte meinem 7'er Rapala nicht widerstehen. Trotz vorhandenem Feumer wollte ich eine Handlangung probieren, so wie man es in den Zeitschriften beschrieben sieht, mit dem Daumen in den Mund. Irgendwie stellte ich mich aber so ungeschickt an, dass es kam wie es kommen musste ... Vielleicht sehe ich den Fisch nächstes Jahr wieder dann aber als Relig (Kapitaler).
Am Nachmittag flaute der Wind deutlich ab und wir entschieden uns das Ostufer abzusuchen. Dies ist ein Labyrinth von Untiefen, mächtigen Felsbrocken und kleinsten Inselchen. Da hiess es auf die Schiffsschraube aufzupassen. Kurt im Bug stehend hielt Ausschau nach Feldbrocken, ich am Steuer ständig bereit den Motor notfallmässig aus dem Wasser zu heben. Nach einigem Suchen fanden wird den Zugang in das Labyrinth. Unsere Versuche mit Spirolino am Schnurende und zwei vorgeschalteten Springer-Fliegen blieben jedoch erfolglos.
Der Rückweg aus dem Labyrinth heraus stellte sich als noch schwieriger heraus und kostete uns einige Schweisstropfen, zum Schluss hatten wir es jedoch geschafft ohne den Propeller zu malträtieren.
Am späteren Nachmittag konnte Kurt dann mit einer Groppenimitation von Salmo beim Spinnfischen doch noch eine Forelle haken.

5. Tag
Das Wetter war immer noch sehr kühl für die Jahreszeit. Wir fuhren mit unserem Toyota zum Mask, sahen aber schon von weitem die weissen Schaumkronen ausserhalb des Hafens. Der Entscheid war schnell gefällt und wir fuhren zurück via Clonbur an den Corrib.
Wir fuhren schleppend dem oberen Ende des Sees entlang bis auf die Westseite, die wir von unseren letzten Ferien her als gute Hecht- und Egli-Strecke in Erinnerung hatten.
Der Tag begann recht erfolgreich denn bereits nach einer Stunde hatten wir 5 Egli und einen 70'er Hecht gefangen alle mit 5 cm oder 7 cm Rapalas. Und so ging es weiter Egli um Egli beim Schleppen. In einer geschützten Bucht verköstigten wir uns mit Speck, Schinken, Käse und einem Gläschen Fendat (Walliser Weisswein). Plötzlich sah ich meinen Zapfen untertauchen. Wer hatte da wohl den Wurf genommen? Am leichten Gerät folgte ein packender Drill. Gross war mein Erstaunen als ich dann zum ersten mal den Gegner erspähte. Es war ein etwa 60cm langer Hecht der am 22'er Nylon einen spannenden Kampf lieferte. Zum Schluss musste er sich jedoch geschlagen geben. Der Hacken sass zum Glück weit vorne, sodass der wackere Kämpfer problemlos in sein Element entlassen werden konnte.
Der Nachmittag brachte nochmals Egli bis zum Abwinken, die Forellen blieben uns an diesem Tag leider verwehrt.
Dafür schmerzten unsere Hände am Abend nachdem wir bis fast um Mitternacht Egli filettiert hatten. Die Pub's waren danach leider auch bereits geschlossen.

6. Tag
Auf Anraten eines einheimischen Anglers wollten wir es heute mal mit Dapping versuchen. Er hat uns die Technik wie folgt erklärt
Zwei echte Maifliege auf einen kleinen Hacken ziehen, darüber ein 40 cm Vorfach und darüber eine etwa ein Meter lange Flugschnur, diese wiederum ans übliche Monifil geknüpft. Das ganze wird mit 4 bis 5 Meter Ruten gefischt. Dabei läst man die Maifliege mit dem Wind wehen uns setzt sie unter der Rute fein auf die Wasseroberfläche. Das ganze nur etwa eine Rutenlänge vom treibenden Boot entfernt.
Schlürft eine Forelle die Maiflige ein, heisst es etwa 2 Sekunden warten und danach anschlagen.
Wir sind am Morgen also ins Fischereigeschäft geeilt und haben uns die Flügschnüre gekauft. Als Ruten waren unsere Spirolinoruten durchaus geeignet. Im Abstellraum unserer Mietwohnung fanden wir ein Hälterungskistchen und ein Netz um Maifliegen zu fangen.
Auf dem Corrib wollten wir unser Glück also versuchen.
Maifliegen zu fangen ist nicht schwer, wenn dann welche da sind. Man kann Sie von Büschen ablesen oder von der Wasseroberfläche aufsammeln.


Wegen des kühlen Wetters gestaltete sich diese Unterfangen jedoch schwieriger als erwartet aber nach einer guten Stunde hatten wir so 20 Stück beisammen und unser erster Versuch konnte begingen.
An der Westseite stellten wir unser Boot in einen Zug und drifteten friedlich dahin. Leider fingen wir keine Forellen. Die Fischerei an und für sich hat uns jedoch gefallen und zu unserem Trost haben wir gesehen, dass die einheimischen Fischer in unserer Nähe auch nicht erfolgreicher waren.
Wir beschlossen den Tag bei einem kühlen Smithwick in Burk's Pub.

7.-8. Tag
An den letzten drei Tagen stand uns nur noch das Boot im Corrib zur Verfügung.
Das eher Kühle Wetter blieb leider und die Fischerei blieb eher hart. Wir fingen jeden Tag noch eine bis zwei Forellen und auch wieder einige Egli.
Am Nachmittag beschloss unser Motor zu streiken. Nach unzähligen Start-Versuchen und einigen wüsten Ausdrücken meinerseits blieb uns nichts anderes mehr übrig als ein benachbartes Fischerboot heranzuwinken.

Die beiden freundlichen Angler stellten sich als Engländer heraus und anerboten sich bereitwillig uns auf die andere Seeseite zu schleppen in unseren Hafen. Nachdem die Kerzen gewechselt waren lief der Johnson wieder ohne zu mucken.
Vielen Dank den englischen Kollegen.

9. Tag
Unser letzter Tag. Wir probierten das Ostufer aus hinunter nach Cong. Zu unserem Erstaunen betrug die Wassertiefe oft mehr als 15 Meter, teilweise bis fast ans Ufer heran. So konnten wir auch einmal unsere etwas tiefer laufenden Wobbler einsetzen. Dies brachte auch eine kleinere Forelle und einen Smolts, die natürlich beide zurück gingen.
Nahe bei Cong entdeckten wir noch eine ergiebige Barsch-Bucht.
Bei der Rückfahrt schafften wir es auf eine der wenigen Untiefen aufzulaufen.
Der Wind drückte uns beständig weiter auf die Steine. Nur mit viel Glück und nassen Füssen schafften wir es unser Boot wieder ins tiefere Wasser zu stemmen.
Wir beschlossen den Fischertag damit zu beenden.

10. Tag
Früh am Morgen fuhren wir nach Galway wo wir auf den Flug nach Dublin warteten.
Kurt und ich waren uns einig das wir in Zukunft immer mit dem Auto von Dublin in den Westen fahren werden. Die Strecke ist uns zu kurz um zu fliegen, die Zeitersparnis nur sehr gering.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Jahr !