Ko Tao 2009
Wir waren im Juli 2009, 5 Tage auf Ko Tao, der kleinen Nachbarinsel von Ko Samui/Ko Phangan.
Im Vorfeld habe ich mich im Internet über Möglichkeiten zum Fischen erkundigt. Mit der Hilfe von Reiner (User DART www.anglerboard.de) konnte ich den Kontakt zu einem Engländer knüpfen der Ausfahrten mit seinem Boot anbietet.
Einen grösseren (aber günstigeren) Charter mit zig Anglern an Bord wollte ich mir nicht antun, dafür sind mir meine Ferientage zu wertvoll.
In Ko Tao angekommen bin ich dann im Hauptort Mae Haad auf die Suche nach seinem Büro gegangen. Mit Marc, so heisst der freundliche Engländer habe ich dann für den nächsten Tag um 7 Uhr am Hafen abgemacht. Wir wollten es auf MaiMai (Dorado/Goldmakrelen) und King Makrelen versuchen. Marc meinte noch, es könnte schwierig werden da aktuell kräftiger Wellengang herrsche.
Am nächsten Morgen erwartete mich Marc im Hafen von Mae Haad, pünktlich mit seinem Boot.

Marc bedient das Boot immer allein, ist also Kapitän, Maschinist und Deckhand in einem.
Ich hatte eine Reihe von Schleppködern mitgebracht, die wir auf den Fahren zwischen den Angelplätzen einsetzen wollten.
Zum ersten Angelplatz mussten wir etwa 40 Minuten fahren und liessen einen Wobbler sowie einen kleineren Ilander laufen. Um es vorweg zu nehmen beim Schleppen hatten wird an diesem Tag leider keinen Erfolg. Dafür war der Wellengang entgegen den Prognose erträglich.
Der erste Angelplatz war von den einheimischen Fischern mit einem "fish attractor" markiert worden. Dieser bestand aus einigen schwimmenden Bambusstangen mit Kokosschalen angehängt, via Seil am Meeresgrund fixiert. Das ganze dient kleineren Fischen als Unterstand und lockt dadurch grössere Räuber auf den Platz.
Das es funktioniert sah man auf dem Echolot. Dichte Schwärme wurden auf der ganzen Tiefe angezeigt. Mit einer Hegene (Gambe) hatten wir rasch einige Köderfische gefangen und im Hälterungsbecken des Schiffes versorgt.
Geangelt wurde dann mit Einzelhaken und einem Stück Styropor, die Schnur einige Male darum gewickelt. Mit der Strömung wurde Schnur ausgelassen bis der Köder etwa 20 Meter vom Boot entfernt trieb.
Vielleicht zehn Minuten mussten wir auf den ersten Biss warten. Der MahiMahi sprang ein par mal, war mit der 20 Pfund Ausrüstung jedoch rasch am Boot und gelandet. Der Fisch war etwa 1 Kg schwer. MahiMahi sind starke Kämpfer und Akrobaten der Lüfte aber uns beiden war klar, dies war die falsche Ausrüstung für diese Gewichtsklasse.
Ich hatte meine alte Reiserute mit gebracht, eine DAM Teleskop. Mit 150cm Länge, 50-150g Wurfgewicht und einer Shimano Baitrunner Rolle sollte das eigentlich eine passende Kombi sein und so knüpften wir ein neues Vorfach daran und liessen den nächsten Köder ins Wasser.
Die nächsten zwei Bisse verlor ich nach kurzem Kontakt.

Der Dritte, ein wunderbar farbiger Fisch, konnte ich dann aber landen. Mit diesem Gerät machten die Drill‘s nun wirklich Spass.

Drei weitere in der "ein Kilo" Klasse wanderten in die Kühlbox. Ein sehr kleiner MahiMahi und ein LongTom durften wieder zurück.
Die Bisse liessen etwas nach, desshalb wechselten wir den Angelplatz und setzten zum ersten mal den Anker.
Nachdem etwa eine halbe Stunde nichts passierte gab es in der Nähe des Styroporklötzchens Aktivität. Ein MahiMahi sprang aus dem Wasser und einen Augenblick später war das Styropor in zwei Stücke zerschnitten von der abziehenden Schnur. Zack, der Anschlag sass und der Fisch Sprang und Sprang. Der Fisch war deutlich stärker als die Vorgänger aber nach etlichen Fluchten war auch er beim Boot und konnte gelandet werden.

Geschätzte 2 Kilo
Immer wieder blieb auch Zeit es mit dem Pilker zu versuchen. Marc zeigte mir dabei was Speedjggen bedeutet. Zwei mal gemacht und ich habe das Sauerstoffzelt gesucht.
Währen dem Mittagessen erzählte mir Marc das er bereits seit mehr als 7 Jahren praktisch täglich in den Gewässern von Ko Tao angelt. Wenn niemand gebucht hat angelt er alleine, dann meist mit Köderfisch und einer Leine gezielt auf King Makrelen. Dies sind von den Hotels die gesuchtesten Speisefische. Er ist einer von lediglich vier Berufsfischern die es auf Ko Tao noch gibt.
Leider sahen wir während unserer Ausfahrt auch 2 Trawler welche mit Schleppnetzen unterwegs waren.

Der Kapitän in action.
Nach dem Mittag Essen biss dieser beachtliche LongTom.

Ich hatte vor Jahren mal so einen zu Essen versucht und entnervt aufgegeben, Thema Nadelkissen. Marc jedoch war ganz scharf ihn zu landen. In dieser Grösse können man die Gräten heraus filetieren und das Fleisch sei sehr schmackhaft.
Wir wechselten noch ein letztes Mal an einen Platz näher an der Insel. Der Meeresboden, ansonsten konstant 40 Meter tief, steigt an dieser Stelle auf 20 Meter an, erklärte mir Marc. Auf dem Echolot konnte ich die Erhebung sehen und alsbald wurde auch Futterfische angezeigt. Dies sei im Winter einer der besten Plätze für Black Marlin. Liegt aber höchsten einen Kilometer vom Strand entfernt.

Jetzt im Sommer war aber eher die King Makrele der Zielfisch. Leider wollten Sie aber heute nicht.
Gegen drei Uhr fuhren wir zum Hafen zurück.
Der MahiMahi ist einer der besten Speisefische. Marc filetierte den grössten und ich konnte meine Frau mit zwei hübschen Stücken überraschen.
Gerne werde ich einmal im Januar oder Februar wieder kommen, dann ist Hochsaison für Black Marlin und Marc versicherte mir Tägesfänge von ein bis zwei Stück seien nicht selten.
Zum Schluss noch einige Bemerkungen zur Insel und zu unserem Hotel.
Zu erreichen ist die Insel via Fähren vom Festland (Chumphon) oder von den südlichen Nachbarinseln Ko Phangan und Ko Samui aus.
Ko Tao verfügt, vor allem im Süden und Osten über Traumhafte Strände. Diese sind aber nicht ganz einfach zu erreichen, da sie meist nur über sehr steile Schotterstrassen, entweder per teurem 4x4 Taxi oder für wagemutige mit dem Motorrad, erreichbar sind. Mit dem Schnorchel direkt vom Strand aus sind sensationelle Beobachtungen von Korallen und Fischen möglich.
Die ganze Insel ist auf Taucher ausgerichtet. Entsprechend eher jüngeres Publikum, wenig Familien. Das Nachtleben ist im Gegensatz zu den grösseren Nachbarinseln, sehr begrenzt. Vereinzelt wird versucht mit Vollmondpartys an den Erfolg von Ko Phangan anzuknüpfen.
Kulinarisch gibt es 2 gute Italiener, ansonsten ist es mit den Restaurants nicht weit her (bezieht sich auf Mae Haad und Sairee Beach). Die Inselt hat, dank eines Dieselkraftwerkes, den ganzen Tag Strom. Generell ist Ko Tao recht touristisch und nicht sehr „thailändisch“, die meisten der Angestellten in Hotel und Restaurants sind aus Burma. Märkte und kleine Essstände sucht man vergebens.
Wir waren im Hotel Baan Diving ( http://www.kohtaobansdiving.com ) in einen Bungalow mit Fernsicht zum Meer. Der Aufstieg war etwas mühsam, die Aussicht aber traumhaft.
Leider waren da auch einige negative Punkte:
- als nicht Taucher zahlt man 500 Bath pro Tag Aufpreis (das wussten wir allerding im Voraus)
- die Zimmerpreise, in unserem Fall 2500 Bath, sind ohne Frühstück
- Beide Swimmingpools werden täglich durch Tauchergruppen belegt
- Mehr als einmal haben wir gesehen wie die Angestellten Ihre Hunde im Pool gebadet haben
Aus diesen Gründen werden wir dieses Hotel nicht mehr besuchen.