Herbst in Irland (6. - 13.9.2008)

Nach mehrmaligen Irland Ferien im Frühling wollten wir einmal testen wie es sich mit der Forellen im Herbst steht. So hatten wir uns auf die zweite September Woche geeinigt, kurz bevor am 1. Oktober in Irland die Schonzeit für Brown Trouts beginnt. Mit Swiss flogen Kurt, Cide, Silvio und ich nach Dublin, wo wir umgehend unser Mietauto in empfang nahmen. Etwas überrascht waren wir als anstelle des reservierten Kombis ein praktische neuer Range Rover V8 Diesel auf uns wartete.

Mit der Luxuskarosse führen wir also Richtung Westen. Einen nicht ganz freiwilligen Zwischenhalt legten wir ein als Kurt an einer Mautstelle unbedingt mit einem 100 Euro Schein bezahlen wollte, was eine längere Wartezeit auf Wechselgeld nach sich zog. Gegen sechs Uhr erreichten wir Clonbur. Nach Einkauf und Bezug unserer Hauses blieb noch genügend Zeit die Boote zu sichten. Erfreut stellten wir fest das beide reservierten Boote mit brand neuen Johnson 4-Takt Motoren ausgestatten waren.

Im einzigen Hotel im Ort, dem Fairhillhouse speisten wir und ein anschliessendes Bierchen im Pub rundete den Tag ab.


Am Sonntag starteten wir so gegen 10 Uhr Kurt mit Silvio und ich mit Cide im Boot. Wir versuchten unser Glück am rechten Ufer vom Corrib während Kurt das Linke ausprobierte. Generell waren viel weniger Fischer unterwegs als im Mai, wir sahen gerade mal zwei andere Boote den ganzen Sonntag lang. Am Nachmittag trafen wir uns auf der verabredeten Insel um zu hören was das jeweils andere Boot erlebt hatte. Beide Boote hatten mit Spinnfischen keine Erfolgte verbucht. Cide hatte beim Schleppen einen 70 Hecht zu verbuchen. Kurt gelang es die erste Forelle zu überlisten was uns hoffen lies. Silvio habe einen riesigen Hechte direkt vor dem Boot verloren. Aber solche Geschichten kennt man ja, die verlorenen Fische sind immer die grössten gewesen. Ein Foto vom Hecht hatten beide nicht gemacht, die Grösse lies sich folglich nicht beweisen. Ich sage euch, dieser verlorene Hecht verfolgte beide bis ins Pub und blieb hartnäckig bei ihnen, bis wir alle schlafen gingen.


Am Montag montierten wir unsere Motoren ab und führen zum Hafen Rosshill am Lough Mask. Da es recht Windig war wollten wir einen Versuch im Upper Mask wagen. Dieser fast abgeschlossene Arm des Mask, liegt eingebettet zwischen zwei Hügelketten. Auf dem Weg zur Einfahrt vom Upper Mask fuhr ich beinahe auf einen Gruppe von Steinen welche nur wenig aus dem Wasser ragten. Beim rettenden Ausweichmanöver blieb mein Siedeplaner plötzlich stehen was mir einen kapitalen Hänger anzeigte. Zum Glück trieb uns der Wind von dem steinigen Ufer weg. Zuerst also mal die zweite Rute einholen und danach versuchen den Hänger zu lösen. Beim einholen vom Planer merkte ich das der Hänger lebte. Voller Freude konnte ich meine erste herbstliche Mask Forelle drillen.
56 cm, bei 1.8 Kg war die Schönheit.

Vor der Einfahrt in den Upper Mask, Fairybridge wird dieser Teil genannt, machen wir einen Spinnstop.
Nachdem 20 Minuten lang selbst auf Silvio’s Dropshot-System kein einziger Biss zu verzeichnen war führen unter der kleinen Brücke durch in den Upper Mask und schleppten auf der etwas tieferen linken Seite entlang. Das Echolot zeigte Tiefen bis 12 Meter an, was uns erstaunte waren wir doch der Meinung der ganze Teil sei eher flach und tendenzielle für Hechte gut.
Es war tatsächlich ruhiger als im Hauptsee. Nach etwa 2 Kilometern legten wir an und assen unsere Brote.
Wir blieben nicht lange allein, einige Irish prime beefs leisteten uns Gesellschaft.


Am Nachmittag schleppten wir, leider erfolglos, wieder zurück in den Hauptsee als es zu Regnen begann.
Mit Silvio fuhren wir in den Bereich der Labyrinth genannt wird. Ein Gebiet voller Felsen die mehr oder weniger weit aus dem Wasser ragen. Bei der eingeschränkten Sichtweite war Vorsicht angesagt. Es hat sich aber gelohnt Silvio erwischte kurz nach der Einfahrt einen 83‘er Hecht. Auffällig war er wegen seinem deformierten Oberkiefer.
Im hinteren Teil konnte ich noch eine 43 cm Brown Trout auf Wobbler fangen. Der Regen lies nicht nach und wir hatten genug und fuhren zurück Richtung Hafen wo auch schon Kurt und Cide warteten.


Der Dienstag versprach den ganzen Tag Regen. Wir entschlossen uns das bekannte Cliff of Moher zu besuchen. Südlich von Galway gelegen ein netter Tagesausflug. Dem Meer entlang fährt man durch die eindrückliche Landschaft des Burren.

Nach ca. 130 Km erreichten wir die, mit 200 Meter, angeblich höchste Steilküste Europas.
Cliff of Moher


Auf der Rückfahrt besichtigten wir die malerische Altstadt von Galway.


Mittwoch, wieder auf dem Corrib. Der Regen hielt noch immer an. Wir zogen folglich alles an was wir an Wasserdichten Kleidern mit genommen hatten. Cide und Silvio fuhren zum ersten mal gemeinsam hinaus. Kurt und ich im anderen Boot. Von 12-18 Uhr herrschte ein kräftiger Westwind.
Irgendwann am Nachmittag hatte Petrus ein Einsehen und stoppte die Fluten von oben. Wir wurden mit einem wunderschönen Regenbogen (ist keine Forelle gemeint) belohnt.

Wir durften an diesem Tag vier kleinere (unter 50 cm) und zwei etwas grössere (um 70) Hechte fangen



Donnerstag, beide Boote fingen schlecht.
Dieser Hecht währe eigentlich nicht besonders erwähnenswert, wir mussten ihn jedoch fotografieren um dem anderen Boot zu zeigen. Dies damit er uns am Abend nicht ins Pub folgen konnte (siehe Sonntag).





Freitag
Kurt ging es in der Nacht nicht gut, so dass an eine Ausfahrt am Freitag nicht zu denken war.
So startete also unser Dream-Team in einem Boot und ich alleine im anderen. Ich haderte noch etwas mit mir ob ich die letzten paar gefrorenen Rotaugen mit nehmen sollte oder nicht. Silvio gab mir mit seinem „ist doch schade drum“ den Anstoss sie einzupacken.
Während ich bis dahin mit Kunstködern gefischt hatte machte ich diesmal also je ein Rotauge an System an die linke und rechte Rute und fuhr Richtung Cong.
Auf halben Wege wechselte ich den Kurs und schleppte auf den See hinaus zwischen die weit verstreuten Inseln in Richtung Inchagoill. Da bis dahin kein Zupfer zu registrieren war wechselte ich auf der einen Rute auf einen geteilten Wobbler.
Im Freiwasser zwischen zwei Inselchen kam endlich der ersehnte Biss, natürlich aufs System. Sofort die zweite Rute ein gekurbelt und der Drill konnte beginnen, zum Glück der Fisch war noch dran. Leider nicht mehr lange 20, vielleicht 30 Sekunden nachdem ich die Ruten in den Händen hatte, sch… der Fisch war weg.
Was blieb anderes als die Rute einholen. Das Rotauge war noch dran wies im hinteren Teil die deutlichen Spuren von kleinen Forellenzähnen auf. Ein neues Rotauge wurde aufgezogen. Obwohl ich nicht recht dran glaubte führ ich in grossem Bogen zurück um das Gebiet an ähnlicher Stelle nochmals zu durchfahren, das GPS ist in solchen Situationen eine grosse Hilfe.
Ich konnte es selber kaum glauben aber praktisch an genau derselben Stelle, rums die Rute krümmt sich erneut weit nach hinten. Das Spiel beginnt von neuem, zweite Leine aufkurbeln, Boot stoppen, Rute in die Hand im Vergleich zum ersten mal setzte ich jetzt einen kräftigen Anschlag. Was soll ich sagen, diesmal sass das System fest und hielt bis zum Ende.

Meine bisher grösste Brown-Trout mit 63 cm und 2.4 Kg.

Sie blieb an diesem Tag mein einziger Fisch, was gut war den (fast) jeder andere Fisch währe verblasst daneben.